Verrat am Evangelium Jesu Christi

Aus Anlass des Festes der hll. Apostelfürsten Petrus und Paulus veröffentlichen wir einen Artikel, welcher manchem Leser helfen wird, klarer zu sehen in dem fast unentwirrbaren Gestrüpp von traditionellen, konservativen und vielen anderen Spielformen der modernen Religion von Vatikan2. Es wird hier gezeigt, wie die Weigerung, den wahren Zustand der Autorität in der Kirche anzuerkennen, zu stets weiter gehenden pastoralen Verirrungen führt und führen muss.
Bergoglio sowie seine Vorgänger seit Vatikan2 sind nicht katholische Päpste, da ihnen das formelle Element des Papstseins, nämlich die Autorität Christi fehlt.

Eine Betrachtung über das apostolische Wirken der Kirche im Gegensatz zur pastoralen Häresie

von

P. Arnold Trauner

Im mittleren Teil seines Briefes an die Hebräer erwähnt der hl. Völkerapostel Paulus immer wieder die Stelle aus dem Psalm 109: „Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedech“. Dieser Vers bezieht sich natürlich in erster Linie auf Christus selber, den Hohepriester des Neuen und Ewigen Bundes. Er muss aber auch auf jene bezogen werden, welche nach dem Willen der Kirche teilnehmen am Priestertum Christi, die menschlichen Priester.
Die geballten Irrlehren des Modernismus beinhalten auch jene Verirrung, welche den katholischen Priester, den Priester Jesu Christi, bloß als einen Menschen wie jeden anderen betrachtet. Dies wissen noch einigermaßen alle guten Katholiken. Denn der Priester ist freilich seiner menschlichen Natur nach allen anderen Menschen gleich. Doch ist er durch das empfangene Weihesakrament von Gott aus den übrigen Menschen herausgehoben und für ihre Anliegen bei Gott bestellt worden. → weiterlesen

Zur Ungültigkeit der konziliaren Bischofsweihe

Laden Sie hier den Text herunter und drucken Sie ihn als 16seitige Broschüre aus:
Geist-Christologie-Pontifikale Zusammenfassung, Th. Stopka (.pdf)

Die Ungültigkeit des Ritus der Bischofsweihe von Montini/Paul VI.

Der vorliegende Text, den wir mit der wohlwollenden Erlaubnis des Autors wiedergeben, behandelt ein weiteres Argument für die Ungültigkeit des unter Montini/Paul VI. zusammengestellten Ritus der Bischofsweihe. Eine eingehende Analyse der vorgeblichen wesentlichen sakramentalen Worte führt zur Erkenntnis, dass es sich dabei um eine Anleihe aus einem östlichen häretischen Umfeld handelt!

Es geht also nicht darum, stets neue Gründe für die von uns behauptete Ungültigkeit dieses Ritus zu finden. Vielmehr untermauert diese vertiefende Studie die Erkenntnis, dass die „Kirche“, welche mit und nach Vatikan2 geschaffen worden ist, nicht die von Jesus Christus gestiftete einzig wahre Kirche ist.

Deshalb nützen oberflächliche Maßnahmen wie die Feier der „alten“ Messe nichts. Nur die Verwerfung von Vatikan2 mitsamt seinem Rattenschwanz an „Reformen“ läßt die wahre, in all ihren geistigen Gütern unveränderliche und stets unveränderte Kirche weiter leben.


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Neujahr 2018 – „Gerecht und fromm leben in dieser Welt“


Die Zeitumstände können wir nicht ändern – aber uns selber sollen wir zum Besseren verändern, indem wir mit der Gnade Gottes mitwirken.
Das Leben des wahren Katholiken heute ist vergleichbar mit dem Leben der Katholiken in den ersten Jahrzehnten nach Christi Himmelfahrt…
Natürlich handelt es sich um das Neujahr 2018 (nicht 2017, wie ich im Vorspann fälschlich geschrieben habe).

Das Seminar St. Petrus der Märtyrer in Verrua Savoia (Italien) stellt sich vor

Casa Verrua

Im Januar 1987 hat das Institut Mater Boni Consilii in Orio Canavese (Diözese Ivrea) ein Seminar eröffnet, das später nach Verrua Savoia (Diözese Casale Monferrato; ca. 50km östlich von Turin) übersiedelt ist. Dort werden nach wie vor Kleriker auf das Priestertum vorbereitet.

Das Seminar und die Kirche: Stellung zur Lehre und zur kirchenrechtlichen Situation

Mgr. M.-L. Guérard des Lauriers

Das Seminar St. Petrus der Märtyrer (Fest am 29. April) möchte die jungen Anwärter auf das Priestertum getreu dem Geist der römisch-katholischen Kirche ausbilden.

Es ist ausschließliches Recht der Kirche – so heißt es im Reglement unseres Seminars – Seminare zu gründen (can. 1352); nur dem Bischof und dem Hl. Stuhl steht es zu, deren Reglement gut zu heißen (can. 1357 §3 u. 4). Deshalb hat das Seminar St. Petrus der Märtyrer nur eine Existenz de facto und nicht von Rechts wegen, bis das Seminar kirchenrechtlich errichtet ist und sein Reglement approbiert ist.
Weil aber die Ausbildung des Klerus zur Fortführung der Sendung, welche Jesus Christus hinterlassen hat, lebensnotwendig ist, halten wir es für unser Recht und für unsere Pflicht, solange der Zustand der Kirche, welche ihrer Autorität beraubt ist, fortdauert, jene auf das Priestertum vorzubereiten, welche von Gott dazu berufen sind.
In Anbetracht dessen, was in den vorausgehenden Punkten dargelegt worden ist, besteht die einzige moralische Rechtfertigung für die Existenz unseres Seminars, ohne rechtliche Anerkennung, in der jetzigen Lage der katholischen Kirche, so wie sie von Mgr. M.-L. Guérard des Lauriers in der These von Cassiciacum beschrieben worden ist. Die Leiter, die Lehrer und die Schüler des Seminars müssen also dieser These anhangen.

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Brüder

Auszug aus der Regel der Brüder des Instituts Mater Boni Consilii:

„Gemäß der Zielsetzung des Instituts Mater Boni Consilii sollen die Brüder ihre persönliche Vervollkommnung suchen und für das Seelenheil ihres Nächsten wirken. Dies tun sie besonders dadurch, dass sie den Priestern des Instituts Mater Boni Consilii in ihrem Apostolat helfen.

Deshalb bemühen sich die Brüder vor allem um die Übung der christlichen Tugenden, um sich sodann für den Nächsten zu verwenden.

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Predigt über Maria, Mutter des Guten Rates…

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... Fest am 26. April - heuer wegen der Osteroktav am Montag, 29. April. Die Geschichte des Bildes der Muttergottes...
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Predigt für den Sonntag nach Ostern

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28. April 2019 In Christus Geliebte, Am 26. April feiern wir jedes Jahr das Fest der Muttergottes vom Guten Rat....
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Predigt zu Ostern 2019

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Die Auferstehung Christi ist die Grundlage unseres Glaubens! Auch wenn das den Modernisten nicht so einleuchtet... Zu den diesbezüglichen Häresien...
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Seit jeher ist das Kreuz Christi "Torheit für die Heiden und Ärgernis für die Juden". Auch wir müssen zusehen, dass...
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Blick in einen St. Pöltner kirchlichen Schaukasten Was haben die folgenden Ankündigungen gemeinsam? „Die römische Liturgie der Jahrhunderte – Ein...
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Die modernistische Diözese Innsbruck begleitet alle – Führung oder Verführung?

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Mitteilung aus der Kathpress: Innsbruck, 25.01.2019 (...) Mit der Initiative "Neu beginnen" wendet sich die Diözese Innsbruck jetzt in besonderer...
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Über die Gefahren durch schlechte Kleriker (2/2)

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Welches ist das Unterscheidungsmal zwischen wahrhaft katholischem bzw. gutem Klerus und schlechtem Klerus? Wer entscheidet? Wie verhält sich ein Katholik...
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Glaubensgespräch #3 – Die katholische Kirche

Zur Information: Im Gespräch wird der Katechismus von Hl. Pius X. verwendet. Sie können die „Fragen“ und „Antworten“ aus den Gesprächsfragen dort nachlesen. ACHTUNG: neuere Auflagen können von der Originalausgabe abweichen!!

Das Gespräch können Sie hier nachhören oder downloaden:

Herr Pater Trauner, Sie haben uns am Ende des letzten Glaubensgesprächs versprochen, dass wir eine „Perle“, einen „Schatz“ im Kompendium des hl. Papstes Pius X. entdecken werden, nämlich die Lehre über die Kirche, wie sie dort dargelegt ist.
Jeder scheint doch zu wissen, was die Kirche ist. Warum also diese „Geheimniskrämerei“ vom Schatz im Acker?

Einer der bekanntesten Sätze des griechischen Philosophen Sokrates lautet: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Ich persönlich bin immer vorsichtig, wenn ich meine, über einen Punkt alles zu wissen oder ihn besonders gut zu kennen.
Für die präzise Kenntnis des Katechismus gilt, wie der hl. Pius X. es festgestellt hat, die Vermutung, dass die meisten sehr wenig wissen. Versuchen Sie, jemandem eine präzise Katechismusfrage zu stellen – Wie oft werden Sie eine präzise Antwort bekommen?
Was die Kirche betrifft, so unterscheiden sich bereits die Definitionen der Theologen untereinander gewaltig in ihrem Wortlaut. Dazu kommt, dass der Naturalismus gerade hier besonders tief eingedrungen ist.
Wir müssen also wohl oder übel davon ausgehen, dass sehr Wenige wirklich wissen, was die Kirche ist.

Was also sagt der hl. Pius X. über die Kirche?
Was lehrt uns der neunte Artikel: „Ich glaube an die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen.“ – Antwort: „Der neunte Artikel des Glaubensbekenntnisses lehrt uns, dass Jesus Christus auf Erden eine sichtbare Gemeinschaft gegründet hat, welche katholische Kirche heißt, und dass alle Menschen, die Glieder dieser Kirche sind, in Gemeinschaft miteinander stehen.“ Dass Jesus Christus die katholische Kirche gegründet hat, das weiß und sagt jeder auch nur halbwegs vernünftige Katholik.

Der hl. Pius X. sagt bereits hier, dass es sich um eine sichtbare Gemeinschaft handelt, und er erklärt später, worin diese Sichtbarkeit besteht. Heute tut man ja meist so, als wäre die Kirche mit der Zeit, schön langsam, sichtbar geworden durch ihre Ausbreitung auf der ganzen Welt. Dies ist ein schwerwiegender Fehler des Denkens. Alles, was wesentlich zur Kirche gehört, also was sie ihrem Wesen nach ist und tut, kommt von Christus. Es ist nicht nach und nach durch Menschen geworden.

Im Credo beten wir: „Ich glaube an den Hl. Geist, die hl. katholische Kirche …“ Warum spricht man nach dem Artikel, der vom Heiligen Geist handelt, sogleich von der katholischen Kirche? – Antwort: Nach dem Artikel, der vom Heiligen Geist handelt, spricht man sogleich von der katholischen Kirche, um auszudrücken, dass die ganze Heiligkeit der Kirche selbst vom Heiligen Geist kommt, der der Urheber aller Heiligkeit ist.

Wir haben schon erwähnt, dass vor allem der Naturalismus die Geister verdorben hat, und zwar schon ab dem 19. Jh. Hier wird dem Naturalismus jegliche Einfallstür verschlossen. Die Seele der Kirche ist der Heilige Geist. Die Kirche ist kein natürliches Gebilde, sie ist auch keine weltliche Institution, sondern sie ist ganz und gar ein Werk Gottes. Es wird besonders dem Heiligen Geist zugeordnet, da es vollständig auf die Heiligung der Seelen abzielt.

Wir haben in letzter Zeit öfter von traditionalistischen Bischöfen bzw. Priestern folgendes gehört: „Unsere heilige Mutter Kirche blutet aus allen Wunden.“ oder: „Die Einheit der Kirche löst sich auf in ihrer Lehre, ihrer Leitung, ihrer Liturgie.“ Was ist davon zu halten im Lichte der Lehre dieser Katechismusfrage?

Solche Aussagen sind katastrophal, und sie verbiegen das Verständnis der Gläubigen von der Kirche. Denn entweder sprechen diese – falschen – Traditionalisten hier über die Konzilskirche, oder sie sprechen von Kirche im uneigentlichen Sinn. Im ersteren Fall wird eine Sekte – die Konzilssekte, welche sich als katholische Kirche ausgibt – mit der Kirche Jesu Christi, welche heilig ist, gleichgesetzt, was ein ganz grundlegender Irrtum ist. Im letzteren Fall müsste die Aussage durch den Kontext geklärt werden, wenn man nämlich von der konkreten historischen Gestalt der katholischen Kirche spricht, wo die wahren Katholiken ja tatsächlich in unerhörter Weise verfolgt und tagtäglich geistig und real gemartert werden und verbluten. Derzeit findet die größte Christenverfolgung statt! Pro Jahr werden weltweit 150.000 Christen getötet.

Im Katechismus wird gefragt: Was bedeutet das Wort „Kirche“? – Die kurze Antwort lautet: Das Wort „Kirche“ bedeutet gemeinsame Berufung oder Vereinigung vieler Menschen.

Ekklesia kommt aus dem Griechischen und bedeutet „heraus-gerufen“. Die Berufung zum Eintritt in die Kirche trennt die Seele von der Welt, gemäß dem Wort Christi (Joh 15,19): „Wäret ihr von der Welt, würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch auserwählt habe aus der Welt, darum hasst euch die Welt.“ Die nächste Frage erläutert dies eingehender.

„Wer hat uns zur Kirche Jesu Christi berufen oder geladen?“ – Antwort: Wir sind durch eine besondere Gnade Gottes zur Kirche Jesu Christi berufen worden, damit wir ihm durch das Licht des Glaubens und durch die Beobachtung des göttlichen Gesetzes die schuldige Verehrung erweisen und zum ewigen Leben gelangen.

Wir sprechen bei dieser Gnade der Berufung zum christlichen Leben von Gnade im eigentlichsten Sinne des Wortes. Gnade ist immer ein freies Geschenk Gottes. Die erste Gnade – den Eintritt in die Kirche – kann der Mensch aber in keiner Weise verdienen, wogegen die anderen Gnaden durch den Menschen verdient werden können, weil Gott es so angeordnet hat. Dazu kann man den hl. Augustinus lesen, den die Kirche auch den „doctor gratiae“, den Gnadenlehrer nennt, weil er alle irrtümlichen Auffassungen bezüglich der Gnadenlehre schon im Vorhinein widerlegt hat.
Auch hier wird wieder das Ziel oder der Zweck angegeben. Die Berufung zur Kirche ist auf das Glaubensleben hingeordnet, welches wiederum die Verherrlichung Gottes und unsere Erlangung des ewigen Lebens bewirkt. Der hl. Augustinus fasst dies in einem schönen Satz zusammen:

Wenn Gott die Heiligen krönt, so krönt er Seine eigenen Gaben…

Weiters wird gefragt: „Wo befinden sich die Glieder der Kirche?“ – Der Katechismus antwortet:

Die Glieder der Kirche befinden sich teils im Himmel und bilden die triumphierende Kirche, teils im Fegefeuer und bilden die sühnende Kirche, teils auf Erden und bilden die streitende Kirche. Und diese verschiedenen Teile der Kirche bilden nur eine Kirche und einen Leib, weil sie dasselbe Haupt, Jesus Christus, haben, denselben Geist, der sie beseelt und einigt, und dasselbe Ziel, nämlich die ewige Seligkeit, welche die einen schon genießen und die anderen erwarten.

Ein Leib, ein Haupt, derselbe Geist, dasselbe Ziel: die ewige Seligkeit! Großartig!

Ja, das Ziel ist die ewige Seligkeit. Die wahre Kirche beschränkt sich nicht auf die streitende Kirche, die Gläubigen auf Erden, sondern umfasst auch die Seelen im Fegefeuer und im Himmel. Die Aussage, dass alle dasselbe Ziel haben, nämlich die himmlische „Seligkeit, welche die einen schon genießen und die anderen erwarten“ ist so poetisch, dass sie das Wichtigste, nämlich die Angabe des Zieles, also der causa finalis, fast übersehen lässt. Der Humanismus – als Auswuchs des Naturalismus – dessen Spielball die Konzilssekte ist, möchte uns ja glauben machen, dass der Mensch eine bessere oder gerechtere Welt schaffen muss, das Paradies auf Erden. Er will dies aber ohne oder gegen die göttliche Ordnung erreichen. Damit aber hat der Humanismus eher die Hölle als den Himmel auf Erden geschaffen.
Die Konzilssekte, diese „Menschenmachwerkskirche“, wie sie Anna Katharina Emmerich vorausgesehen hat, bezeichnet sich als vom „Konzilsgeist“ beseelt, welcher sie allerdings nicht mit der Kirche Christi eins sein lässt. Und sie hat ganz sicherlich nicht die ewige Seligkeit ihrer Mitglieder zum Ziel.
Die christliche Sozialordnung – im Mittelalter und bis in neueste Zeit verwirklicht etwa im Versuch des christlichen Ständestaates in Österreich unter Kanzler Dollfuß – hat das letzte Ziel des Menschen, die ewige Seligkeit im Auge. Dass auch sie an vielen Unvollkommenheiten gelitten hat, liegt nicht an ihrem Wesen, sondern daran, dass es eben überall, wo es Menschen gibt, menschelt.

Der neunte Artikel des Glaubensbekenntnisses bezieht sich vor allem auf die streitende Kirche, nämlich jene, in der wir uns jetzt befinden.

Offensichtlich beschäftigt uns als Glieder der streitenden Kirche vor allem dieser Teil der Kirche. Wir dürfen aber nie aus dem Auge verlieren, dass die Kirche weit größer ist als nur die Kirche auf Erden.

„Ich glaube an die hl. katholische Kirche“, so beten wir im Credo. Nach der Definition der Kirche fragt der hl. Papst Pius X.: „Was ist die katholische Kirche?“ – Antwort: Die katholische Kirche ist die Gesellschaft oder die Vereinigung aller Getauften, welche auf Erden leben und denselben Glauben sowie dasselbe Gesetz Christi bekennen, an denselben Sakramenten teilhaben und den rechtmäßigen Hirten gehorchen, besonders dem Obersten Hirten in Rom.

Damit sagt der hl. Papst im Grunde dasselbe aus, was er bereits über den wahren Christen gesagt hat:

Ein wahrer Christ ist,
– wer getauft ist,
– die christliche Lehre glaubt und bekennt und
– den rechtmäßigen Hirten der Kirche gehorcht.

So haben wir in unserem letzten Glaubensgespräch gehört. Haben wir es hier mit einer reinen Wiederholung zu tun?

Nicht ganz. Denn jetzt geht es um die Definition der katholischen Kirche. Diese besteht aber, gemäß dem traditionellen Verständnis, eben nur aus den wahren Christen. Die wahren Christen oder Katholiken sind aber nicht freischwebende Individuen, sondern sie sind durch Einsetzung Christi in einem geistigen Leib, der Kirche, einer vollkommenen Gesellschaft, vereinigt und organisiert.

Die wahren Christen gehorchen den rechtmäßigen Hirten, so heißt es.

Viele unserer Zeitgenossen sind unversehens von kirchentreuen Gliedern der einen und wahren Kirche Christi zu treuen Gläubigen der Konzilssekte geworden. Denn in gut dialektischer Manier, und wegen einer rein äußerlichen Betrachtungsweise, entscheiden sie sich für den Gehorsam gegenüber der Konzilskirche und gegen die wahre Kirche Jesu Christi.
Kürzlich habe ich mit einem Priester der Piusbruderschaft gesprochen. Er hat mir entgegengehalten, dass, wenn man dem „Papst“ Bergoglio nicht anhängt, es um „die Sichtbarkeit der Kirche“ geschehen ist. Aber was habe ich denn gewonnen, wenn ich an Bergoglio und seinen „Bischöfen“ festhalte, anderseits aber felsenfest behaupte, dass derselbe „Papst“ Bergoglio eine Katastrophe ist, dass er nicht katholisch redet und handelt, dass ich ihm und seinen Bischöfen nicht gehorche? Hier wird wirklich das Pferd am Schwanz aufgezäumt.
Durch die folgenden Aussagen im Katechismus des hl. Pius X. wird klar, wo der Hase im Pfeffer liegt.

„Wer sind die rechtmäßigen Hirten der Kirche?“ – Antwort: Die rechtmäßigen Hirten der Kirche sind der Oberste Hirte in Rom, nämlich der Papst, welcher der universale Hirte ist, und die Bischöfe. Außerdem haben unter den Bischöfen und dem Papst die übrigen Priester und besonders die Pfarrer Anteil am Hirtenamt.

Dazu gibt es wenig zu sagen. Das ist die normale Ordnung in der Kirche. Der Papst ist der oberste Hirte, die Bischöfe sind in Abhängigkeit vom Papst Hirten der ihnen anvertrauten Diözesen, und die Pfarrer und Priester sind die Gehilfen der Bischöfe. Fahren wir fort.

„Warum sagt ihr, dass der Oberste Hirte in Rom universaler Hirte der Kirche ist?“ – Die Antwort lautet: Weil Jesus Christus zum heiligen Petrus, dem ersten Papst, sprach: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ … „Und dir werde ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du immer binden wirst auf Erden, das wird auch im Himmel gebunden sein; und was du immer lösen wirst auf Erden, wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,18.19) Und er sagte auch: „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe.“ (Joh 21,15-17)

Es handelt sich bei diesen Stellen aus den Evangelien um theologisch äußerst inhaltsreiche und folgenschwere Zitate. Die Praxis der katholischen Kirche und zahlreiche Schriftstellen aus den Kirchenvätern beweisen, dass von Anfang an die Sonderstellung des Papstes als Nachfolger Petri anerkannt worden ist. Während die besonderen Privilegien, welche Christus allen Aposteln geschenkt hat, mit ihrem Tod geendet haben, sind die Vorzüge, die dem hl. Petrus gegeben worden sind, auf dessen Nachfolger als Bischof von Rom übergegangen, und zwar für immer bis ans Ende der Welt. Immer wieder heißt es bei den Vätern, Theologen und Päpsten, dass der Stuhl Petri nicht vergeht, dass Petrus nicht stirbt, sondern – in seinen Privilegien – in seinen Nachfolgern weiterlebt. Zuletzt ist ja auch durch das Vatikanische Konzil 1870 die persönliche päpstliche Lehrunfehlbarkeit als Dogma verkündet worden. Es ist aber klar, dass sich die verschiedenen Funktionen des Papstes allesamt auf die Verteidigung und Predigt der Glaubenswahrheit gründen. Petrus ist zuallererst in diesem Sinne der Fels, als Garant der unverbrüchlichen Glaubenswahrheit.

Und du, wenn du dich einst bekehrt haben wirst, stärke deine Brüder.“

Alles, was der Katechismus über die Verfassung der Kirche Christi lehrt, hat nur auf dieser Grundlage einen Sinn.

„Gehören also die vielen Vereinigungen von Getauften, welche den Obersten Hirten in Rom nicht als Oberhaupt anerkennen, nicht zur Kirche Jesu Christi?“ – Antwort: Nein, alle jene, welche den Obersten Hirten in Rom nicht als Oberhaupt anerkennen, gehören nicht zur Kirche Jesu Christi.

Diese Aussage scheint unserer Annahme einer Vakanz des Apostolischen Stuhles völlig zu widersprechen. Können Sie bitte genauer erklären, warum unsere Überzeugung nicht dem hl. Pius X. widerspricht?

Die Antwort ist grundsätzlich ganz einfach: Wir anerkennen den aktuellen „Papst“ (Franziskus, Bergoglio) nicht als Obersten Hirten der Kirche Christi. Wir können deshalb auch einem nicht vorhandenen Papst gar nicht ungehorsam sein. Wir sind nicht ungehorsam und gehören daher zur Kirche Jesu Christi.
Theologisch können wir die Schwierigkeit unseres vordergründigen Nichtgehorchens so fassen: Es ist nicht unsere Schuld, wenn aktuell kein rechtmäßiger Papst und keine rechtmäßigen Bischöfe amtieren und deshalb keine Rede von eigentlichem kirchlichem Gehorsam sein kann; anderseits bleibt unser kirchlicher Gehorsam virtuell bestehen, d. h. sobald ein Hirte amtiert, der sich als rechtmäßig zu erkennen gibt, gehorchen wir ihm.
Es ist auch nicht so, dass wir „den Obersten Hirten in Rom nicht als Oberhaupt anerkennen“, sondern wir erkennen – aus soliden theologischen Gründen – dass Bergoglio nicht der Oberste Hirte ist. Er ist zwar in Rom und gibt sich als Oberhaupt der katholischen Kirche aus, ist es aber de facto nicht.

Also weiter im Katechismus: „Wie kann man die Kirche Jesu Christi von den vielen Gesellschaften oder von Menschen gestifteten Sekten, die sich christlich nennen, unterscheiden?“ – Antwort: Man kann die wahre Kirche Jesu Christi von den vielen Gesellschaften oder von Menschen gestifteten Sekten, die sich christlich nennen, leicht unterscheiden durch vier Kennzeichen: Sie ist einig, heilig, katholisch und apostolisch.
Diese vier Hauptmerkmale hat nur die römisch-katholische Kirche.

Wir haben hier eine wesentliche Grundlage der Fundamentaltheologie oder Apologetik. Neben den vier Kennzeichen selber ist hier das Wort „leicht“ am wichtigsten. Die einzig wahre, von Christus gestiftete Kirche muss für alle Seelen guten Willens leicht erkennbar sein, leicht zu unterscheiden von allen Sekten. Es ist nicht jeder ein Theologe oder ein Universitätsprofessor, nicht jeder kann hunderte Bücher lesen, um so alle Streitfragen, die von Sekten aufgeworfen werden, zu lösen. Jeder kann aber zu dem Urteil kommen, dass nur die katholische Kirche jene vier Eigenschaften oder Kennzeichen besitzt. Diese Merkmale sind der wahren Kirche notwendig und genügen auch, sie zu erkennen und von anderen Gemeinschaften zu unterscheiden. Darin, und nur darin besteht die Wahrnehmbarkeit oder Sichtbarkeit der Kirche für alle Seelen guten Willens.

Warum wird dann ständig dieser Einwand gebracht: Wenn es nun schon lange keinen Papst gibt, dann ist es um die Sichtbarkeit der Kirche geschehen?

Dieser Einwand beruht einzig darauf, dass die Meisten heute nicht mehr theologisch denken. Was bei einfachen Gläubigen vielleicht noch verständlich ist, wird aber im Falle von Priestern oder gar Bischöfen zum Kapitalverbrechen. Denn wer sich als katholischer Priester ausgibt, muss auch eine sichere und solide Lehre vermitteln können. Nun wird aber hier mit dem Begriff der Sichtbarkeit der Kirche verfahren, als ob niemand genau wüsste, was damit gemeint ist. Dabei ist die Lehre der Kirche über ihre Sichtbarkeit völlig eindeutig und klar: Sie besteht in diesen vier Kennzeichen, welche der wahren Kirche nie fehlen können. Sie ist einig, heilig, katholisch und apostolisch. Sie ist dies seit ihrer Gründung durch Christus immer gewesen und wird es bis ans Ende der Zeiten sein.

Der Katechismus fragt weiter: „Warum heißt die Kirche „einig“?“ – Antwort: Die wahre Kirche heißt „einig“, weil ihre Kinder allezeit und überall miteinander vereinigt sind
– im selben Glauben,
– im selben Kult,
– in denselben Geboten,
– in der Teilnahme an denselben Sakramenten,
– unter demselben sichtbaren Oberhaupt, dem römischen Obersten Hirten.
Einig also in derselben Lehre, denselben Sakramenten und im gemeinsamen Oberhaupt.

Hier wird aber doch wieder der Papst als sichtbares Oberhaupt und damit als Prinzip der Einheit erwähnt!

Ja, hundertmal Ja! Wenn ein rechtmäßiger, ein wahrer Papst vorhanden ist, so muss jede Seele guten Willens sich ihm als dem sichtbaren Oberhaupt der Kirche unterwerfen – sonst begeht sie die Sünde des Schismas. Wenn aber kein rechtmäßiger Papst da ist, so kann ich ihm auch nicht gehorchen. Was haben die Katholiken in den Monaten, ja in den bis zu drei Jahren der natürlichen Sedevakanz getan? Sie haben ja nicht aufgehört, Katholiken zu sein, um dann wieder welche zu werden, sobald ein neuer Papst da war – das wäre ja absurd. Dass die Abwesenheit eines rechtmäßigen Papstes – mittlerweile seit über 50 Jahren – ein unerhörtes Übel ist, wird jeder zugeben. Das Leben wäre für uns Katholiken um vieles einfacher, wenn zweifelhafte Punkte oder praktische Streitfragen durch den zuständigen Bischof bzw. den Papst geklärt oder gelöst werden könnten. Aber das ist halt momentan nicht möglich. Wir können uns nur auf das konzentrieren und stützen, was dogmatisch oder theologisch sicher ist, alles andere müssen wir beiseite lassen oder – als Theologen – mit Anstand und Würde diskutieren.
Übersehen wir aber nicht, dass das Element des Vikars Christi, des sichtbaren Oberhauptes, hier zuletzt angeführt wird. Das ist ja auch kein Zufall, hier im Katechismus. Die vorausgehenden Elemente, in welchen die wesenhafte Einheit der Kirche besteht, können nicht fehlen: Glaubenslehre, Kult, Sakramente, Gesetze oder Gebote. Diese ändern sich nicht und haben sich in der Kirche nie wesentlich geändert.

Gibt es die Einheit des Kultes?

Es gibt sechzehn verschiedene katholische Riten, die meisten davon im katholischen Osten. Diese weichen ganz augenfällig voneinander ab. Trotzdem aber sind sie nichts anderes als Ausdruck des einen Kultes der Kirche, weil sie in ihren wesentlichen Elementen übereinstimmen. So, wie der römische Ritus auf den hl. Petrus als Bischof von Rom zurückgeht, geht jeder andere Ritus letztlich auf einen der Apostel zurück. – Die „neue Messe“ von Bugnini/Montini hat natürlich mit dieser katholischen Einheit des Kultes nichts gemein. Ihr Anspruch, katholisch zu sein, ist eine grundlose Behauptung, Irreführung und Lüge.

Auf die Frage: „Könnte es nicht mehrere Kirchen geben?“ antwortet der Katechismus: „Nein, es kann nicht mehrere Kirchen geben; denn wie es nur einen Gott gibt, einen Glauben und eine Taufe, so gibt es und kann es auch nur eine wahre Kirche geben.“

Der hl. Pius X. gibt hier einen unwiderlegbaren Grund, warum es nur eine Kirche gibt und geben kann: Weil sie von Gott selber gestiftet ist und Gott nicht mehrere Kirchen gestiftet hat. Die Kirche ist eins in sich, und sie ist auch einzig. Das ist für den „modernen“ Verstand völlig unannehmbar: Wo bleibt da die Toleranz? … die Religionsfreiheit? Wir haben darauf bereits früher geantwortet. – Hier müssen wir nur darauf hinweisen, dass es abwegig ist, die Vatikan2-Sekte auf irgendeine Weise mit der katholischen Kirche auf dieselbe Stufe zu stellen. Einerseits stellt man fest, dass hier Dinge gelehrt und praktiziert werden, welche mit der Tradition in Widerspruch stehen. Anderseits gibt man vor, dass dies doch die katholische Kirche ist. Also ist die wesentliche Einheit der Kirche – im Kopf der falschen Traditionalisten – kaputt, und sie drücken sich auch so aus: Die Einheit der Kirche löst sich auf in ihrer Lehre, ihrer Leitung, ihrer Liturgie.
Dies ist blanker Unsinn: Wenn die wesenhafte Einheit aufgelöst ist, so ist es nicht mehr dieselbe Sache. Wenn z.B. die Wesenseinheit von Leib und Seele aufhört, so sprechen wir nicht mehr von einem Menschen schlechthin, sondern von einem toten Menschen. Der Leichnam besitzt nicht mehr dieselbe Wesensform wie der lebendige Mensch. Die Leiche von Herrn oder Frau Soundso ist nicht Herr oder Frau Soundso, sondern nur deren Materie.
So gleicht die Vatikan2-Sekte nur materiell der wahren Kirche, sie ist nicht die wahre Kirche.
Im Falle der Kirche aber kann die Wesenseinheit nicht aufhören oder kaputt gehen, weil – wie der hl. Pius X. schreibt – diese analog ist zur Einheit und Einzigkeit Gottes.
Was also von der Kirche Christi wesentlich verschieden ist, ist sicher nicht mit ihr identisch – auch nicht ein wenig, oder mehr oder weniger. Die Vatikan2-Sekte ist nicht die katholische Kirche. Ihre Hierarchen sind keine katholischen Bischöfe, Bergoglio ist nicht der katholische Papst. Denn sie stehen im Widerspruch zum einen und einzig wahren Glauben, zur Einheit des katholischen Kultes, der Sakramente, der Gebote und Gesetze.

Die nächste Frage lautet: „Aber heißen nicht auch die Gläubigen, die in einer Nation oder in einer Diözese vereinigt sind, Kirchen?“ – Antwort: Man heißt die Gläubigen, die in einer Nation oder in einer Diözese vereinigt sind, Kirchen; aber diese sind immer nur Teile der gesamten Kirche und bilden mit ihr nur eine einzige Kirche.

Die Kirche ist eine ihrem Wesen nach. Aber sie umfasst Teilkirchen in dem Sinn, wie der hl. Pius X. dies hier beschreibt. So ist es legitim, von der „katholischen Kirche in Österreich“ zu sprechen, oder von der „Kirche von Wien“. Dagegen ist es aber falsch, von der „evangelischen Kirche“ oder von „drei monotheistischen Religionen“ zu sprechen; es gibt die katholische Kirche, und es gibt zufällig auch zwei falsche Religionen, welche monotheistisch sind, nämlich den Islam und das Judentum.

Bisher haben wir über die Einigkeit der Kirche gesprochen, die der Katechismus sehr genau definiert. Nun geht es um das zweite Hauptmerkmal:
„Warum heißt die wahre Kirche „heilig“?“ – Antwort: Die wahre Kirche heißt „heilig“, weil
– ihr unsichtbares Haupt Jesus Christus heilig ist,
– viele von ihren Gliedern heilig sind,
– ihr Glaube,
– ihre Gebote,
– ihre Sakramente heilig sind und weil
– es außer ihr keine wahre Heiligkeit gibt und geben kann. Punkt.

Hier steht natürlich Christus, das unsichtbare Haupt, an der Spitze der Liste, während der Papst, der sichtbare Stellvertreter Christi, bei der Einheit als letztes Element angeführt worden ist.

In der wahren Kirche gibt es viele Heilige. Wie erklären Sie sich, dass trotz der neuen „Unheiligen Heiligen“ – ich denke hier an Wojtyla alias Johannes Paul II, Johannes XXIII, Escriva de Balaguer und manche Andere, welche die Vatikan2-Sekte „heiliggesprochen“ hat – viele Traditionalisten nicht den unvereinbaren Widerspruch zur heiligen katholischen Kirche sehen?

Weil der Modernismus, der als Sammelbecken aller Häresien, wie sich der hl. Pius X. in Pascendi ausdrückt, das gefährlichste aller Gifte ist. Es ist den Katholiken so langsam und stetig verabreicht worden, dass sie, anstatt das Gift auszuspeien, sich daran gewöhnt haben und davon geistiger Weise gelähmt worden sind.
Man kann das gut sehen an der sogenannten „liturgischen Bewegung“ im 20. Jh., welche sich ganz allmählich in die katholischen Seelen hineingearbeitet hat: aktive Teilnahme der Gläubigen, landessprachliche Lesungen u.v.a.m. Als dann der Generalangriff kam, nämlich die Beseitigung des römischen Kanons, haben nur noch die Wenigsten gemerkt, dass es hier nun „ans Eingemachte“, an die Substanz der Liturgie ging. Fast alle haben auch noch diese große Dosis Gift geschluckt und so an ihrer Seele Schaden erlitten, d. h. sie sind geistlich blind geworden.

Die katholische Kirche ist also unter all diesen Gesichtspunkten heilig. Wie können wir dann heute hoffen, heilig zu werden, wenn die Mittel der Heiligung, die Sakramente, so gut wie verschwunden sind?

Wie Sie richtig sagen, ist natürlich die Anzahl der gültig gespendeten Sakramente radikal zurückgegangen. Denken wir nur daran, dass ja mittlerweile selbst viele „traditionelle“ oder „tridentinische“ Messen ungültig gefeiert werden, weil die Priester – etwa der Petrusbruderschaft, des Christkönigsinstituts – von Bischöfen geweiht wurden, welche im neuen ungültigen Ritus der Bischofsweihe konsekriert worden sind; oder bei der Piusbruderschaft, welche im Regelfall „neu geweihte“ Priester, welche zu ihr stoßen, nicht mehr wenigstens bedingungsweise nachweiht.
Ohne diese schwerwiegende Situation beschönigen zu wollen, müssen wir aber doch sehen, dass zum einen doch die meisten Seelen guten Willens wenigstens von Zeit zu Zeit die wahren Sakramente empfangen können; und zum andern die übrigen Heiligungsmittel unangetastet vorhanden sind:
Christus ist und bleibt das zwar unsichtbare, aber sehr wirkliche und wirksame Haupt der Kirche;
die Heiligen können uns nicht genommen werden als Fürsprecher und Beispiel;
der Glaube und die Gebote müssen von jeder einzelnen Seele gelebt und gehalten werden, das war auch in den besten christlichen Zeiten so.
Jedenfalls ist niemandem geholfen, wenn er die falsche Hierarchie von Vatikan2 anerkennt oder sich auf den Empfang zweifelhaft gültiger oder geradewegs ungültiger Sakramente einlässt. Dies steht der Heiligung entgegen, anstatt dazu zu helfen.

„Warum heißt die Kirche „katholisch“?“ – Antwort: Die wahre Kirche heißt „katholisch“, das heißt allgemein, weil sie alle Gläubigen aller Zeiten, aller Orte, jeden Alters und Standes umfasst, und weil alle Menschen der Welt berufen sind, an ihr teilzuhaben.

Wir sind hier mit dem hl. Pius X. recht weit entfernt von der oft gehörten verwässerten Erklärung, die Katholizität der hl. Kirche bedeute, dass diese sich über die ganze Welt ausgebreitet hat. Natürlich stimmt das: die providentielle Ausbreitung der Kirche hat nicht aufgehört, das Evangelium ist bis zu den Enden der Erde, welche sich im Laufe der Zeit immer weiter ausgedehnt haben, gepredigt worden. Doch sind wiederum weite Landstriche, ja halbe Kontinente der wahren Kirche verlorengegangen, ohne dass ihre Katholizität dadurch gelitten hätte.

Zum letzten Merkmal heißt es: „Warum heißt die Kirche außerdem „apostolisch“?“ – Antwort: Die wahre Kirche heißt außerdem „apostolisch“, weil sie … 
– ohne Unterbrechung bis zu den Aposteln hinaufreicht; 
– alles glaubt und lehrt, was die Apostel geglaubt und gelehrt haben;
– geleitet und regiert wird von ihren rechtmäßigen Nachfolgern.

Bei der Note der Apostolizität liegt vielleicht der größte Haken für unser rechtes Verständnis von der Kirche. Denn sie bedeutet nicht einfach, dass es halt irgendwann die zwölf Apostel (minus Judas Iskariot, plus Matthias, Paulus und Barnabas) gegeben hat, auf welche die Kirche von ihrem göttlichen Stifter gegründet worden ist.
Nur den Aposteln ist die Kirche anvertraut worden. Nur durch sie besteht die Kirche, nämlich vermittels der apostolischen Sukzession. Die Apostel sind die Garanten der geoffenbarten Wahrheit. Sie haben stets Nachfolger in den katholischen Bischöfen gehabt, und es muss immer katholische Bischöfe geben. Die Apostolizität ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem i, die Note, in welcher alle anderen gipfeln und zusammenfließen: Der Glaube, die Sakramente, das sichtbare Oberhaupt, in welchen die Kirche eine ist – all diese Güter wurden in den Aposteln grundgelegt; dasselbe gilt für die Heiligkeit der Kirche, denn die Apostel haben wirklich und vollkommen das Heilige, das ihnen anvertraut war, in heiliger Weise behandelt und zum Heil der Seelen fortgeführt; sie allein waren der Keim, welcher zu einem großen Baum geworden ist, der Sauerteig, welcher die ganze Masse der Menschen guten Willens durchwirkt, das Samenkorn, welches, in die Erde gefallen und gestorben, ewiges Leben und bleibende Frucht hervorgebracht hat.

Können wir also kurz zusammenfassen?

Jesus Christus hat die Kirche gegründet. Er wählte 12 Apostel aus seinen Jüngern und setzte Petrus als künftiges Oberhaupt ein.
Die Apostel sollen lehren, Messe feiern, Sakramente spenden und die Gläubigen zum Guten anleiten.
Die Bischöfe sind die Nachfolger der Apostel; der Papst ist Nachfolger des hl. Petrus als Bischof von Rom.
Jesus hat die Kirche gegründet, damit sie alle Menschen zur ewigen Glückseligkeit führe.
Wir haben die Pflicht, der Kirche anzugehören; zu glauben, was sie lehrt; zu leben, was sie befiehlt.
Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören:
– die Rechtgläubigen auf Erden, die um die ewige Glückseligkeit streiten;
– die Armen Seelen im Fegefeuer, die durch Leiden gereinigt werden;
– und die Heiligen im Himmel, die das Ziel der Anschauung Gottes erreicht haben und ewig triumphieren.
P. Leo XIII. schreibt zu seinem Amtsantritt am 21. April 1878 – vor etwa 140 Jahren – in der Enzyklika „Inscrutabili Dei consilio“ den schönen Satz:

Die Kirche ist die Mutter der wahren Kultur und Zivilisation.“

Glaubensgespräch #2 – Der Christ

moderne Sprachregelungen und Dialektik

Das Gespräch können Sie hier nachhören oder downloaden:

verwendete Unterlage: „Kompendium der christlichen Lehre“, hl. Papst Pius X.

Gliederung:

Frage 1 – 4

Volk ohne Glaubenswissen geht zugrunde;
Glaubenswissen von kath. Kirche verlangt
– Heutige Menschen sind religiöse Analphabeten

Frage 5 – 8

Sprachregelungen hinterfragen: z.B. volksliturgisches Apostolat, Unterbewusstsein, drittes Geschlecht…

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